PFLEGEN ZU HAUSE

PNEU­MONIE (LUNGEN­ENT­ZÜNDUNG)

WAS IST EINE PNEUMONIE?

Eine Pneumonie ist eine Lungenentzündung. Dabei ist das Lungengewebe entzündet.

Die Entzündung kann die Atmung erschweren. Besonders für ältere, pflegebedürftige oder chronisch kranke Menschen kann eine Pneumonie gefährlich werden.

WIE ENTSTEHT EINE PNEUMONIE?

Eine Pneumonie entsteht meistens, wenn Krankheitserreger in die Lunge gelangen und sich dort vermehren. Das können zum Beispiel Bakterien oder Viren sein.

Normalerweise schützt das Immunsystem die Lunge vor Krankheitserregern. Ist das Immunsystem geschwächt, können sich Erreger leichter ausbreiten.

Eine Lungenentzündung kann auch entstehen, wenn Speichel, Nahrung, Flüssigkeit oder Erbrochenes in die Atemwege gelangen. Das nennt man Aspirationspneumonie.

WELCHE RISIKOFAKTOREN GIBT ES?

Ein erhöhtes Risiko für eine Pneumonie haben zum Beispiel:

  • ältere Menschen
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen, zum Beispiel Diabetes, Herz- oder Lungenerkrankungen
  • Menschen mit Schluckstörungen
  • Menschen, die sich häufig verschlucken
  • Menschen mit Bettlägerigkeit oder wenig Bewegung
  • Menschen nach Operationen
  • Menschen mit künstlicher Beatmung
  • rauchende Menschen

WELCHE KRANKHEITSZEICHEN GIBT ES?

Mögliche Krankheitszeichen einer Pneumonie sind:

  • Husten, oft mit Auswurf
  • Fieber oder Schüttelfrost
  • schnelle oder erschwerte Atmung
  • Atemnot
  • Schmerzen in der Brust, besonders beim Atmen oder Husten
  • Müdigkeit und Schwäche
  • Appetitlosigkeit
  • bläuliche Lippen oder Fingernägel bei schwerer Erkrankung
  • Verwirrtheit, besonders bei älteren Menschen

Bei älteren oder geschwächten Menschen können die Krankheitszeichen weniger deutlich sein. Manchmal stehen dann Schwäche, Verwirrtheit, Appetitlosigkeit oder eine plötzliche Verschlechterung im Vordergrund.

PNEUMONIE ALS NOTFALL

Eine Pneumonie kann schwer verlaufen. Schnelle Hilfe ist nötig bei:

  • starker Atemnot
  • bläulichen Lippen oder Fingernägeln
  • Bewusstseinsstörungen oder starker Verwirrtheit
  • sehr hohem Fieber oder Untertemperatur
  • Kreislaufproblemen
  • starker Verschlechterung des Allgemeinzustands
  • Verdacht auf Sepsis

Bei akuter Gefahr wählen Sie den Notruf 112.

WELCHE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN GIBT ES?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, dem Schweregrad und dem Gesundheitszustand der betroffenen Person.

Bei einer bakteriellen Pneumonie können Antibiotika notwendig sein. Antibiotika wirken jedoch nicht gegen Viren. Deshalb entscheidet die Ärztin oder der Arzt, welche Behandlung passend ist.

Wichtig ist:

  • verordnete Medikamente wie besprochen einnehmen
  • ausreichend Ruhe
  • ausreichend trinken, wenn ärztlich nichts dagegenspricht
  • Fieber und Beschwerden beobachten
  • regelmäßiges Lüften
  • Schleimlösung unterstützen, zum Beispiel durch Inhalation, wenn empfohlen
  • Atemübungen oder Physiotherapie, wenn verordnet

Die Erholung nach einer Pneumonie kann mehrere Wochen dauern.

PFLEGERISCHES MOTTO UND HINWEISE ZUR PFLEGE

Ein hilfreicher Grundsatz ist: „Atmung erleichtern, Infektionen ernst nehmen und Veränderungen früh erkennen.“

Pflegende An- und Zugehörige können helfen, Beschwerden früh wahrzunehmen und die Genesung zu unterstützen.

Achten Sie besonders auf:

  • zunehmende Atemnot
  • schnellere Atmung
  • Fieber oder Untertemperatur
  • zunehmende Schwäche
  • Verwirrtheit
  • bläuliche Lippen oder Fingernägel
  • weniger Trinkmenge
  • Verschlechterung trotz Behandlung

Bei deutlicher Verschlechterung sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Ausreichendes Trinken kann helfen, Schleim zu lösen. Die Trinkmenge sollte aber zur persönlichen Situation passen, zum Beispiel bei Herz- oder Nierenerkrankungen.

Hilfreich sind:

  • Getränke regelmäßig anbieten
  • kleine Portionen anbieten
  • auf eine aufrechte Sitzposition achten
  • nach dem Essen noch eine Weile aufrecht sitzen bleiben
  • bei Schluckstörungen fachlichen Rat einholen
  • bei Bedarf angedickte Getränke oder angepasste Kost verwenden

Bewegung und Lagewechsel können helfen, die Lunge besser zu belüften.

Hilfreich sind:

  • regelmäßiges Aufsetzen, wenn möglich
  • kurze Bewegungsphasen im Rahmen der Belastbarkeit
  • Lagewechsel im Bett
  • tiefes Ein- und Ausatmen anleiten, wenn möglich
  • Atemübungen, wenn diese gezeigt wurden
  • Husten unterstützen, ohne zu überfordern

Lassen Sie sich geeignete Atemübungen oder Lagerungen von Fachpersonen zeigen.

Viele Menschen mit Pneumonie fühlen sich erschöpft und brauchen Ruhe.

Hilfreich können sein:

  • Oberkörper leicht erhöht lagern
  • bequeme Lagerung
  • regelmäßige Ruhephasen
  • angenehme Raumtemperatur
  • ausreichend frische Luft
  • ruhige Umgebung

Bei Atemnot kann eine aufrechte Sitzposition erleichternd wirken.

HINWEISE ZUR SELBSTPFLEGE

Eine Pneumonie kann für Betroffene und pflegende An- und Zugehörige belastend sein. Die Genesung braucht oft Zeit.

Achten Sie deshalb auch auf Ihre eigene Gesundheit. Hilfreich sind regelmäßige Pausen, Unterstützung durch Familie, Freunde oder Pflegedienste sowie Beratung durch Pflegestützpunkte.

Bei wiederkehrenden Atemwegsinfekten oder chronischen Lungenerkrankungen können Selbsthilfegruppen, Lungensportgruppen oder Beratungsangebote hilfreich sein.