Diese Informationen wurden Ihnen von dem Projekt PfiFf – Pflege in Familien fördern der AOK Nordost - Die
Gesundheitskasse am 30.06.2026 18:02 bereitgestellt.
Eine Pneumonie ist eine Lungenentzündung. Dabei ist das Lungengewebe entzündet.
Die Entzündung kann die Atmung erschweren. Besonders für ältere, pflegebedürftige oder chronisch kranke Menschen kann eine Pneumonie gefährlich werden.
WIE ENTSTEHT EINE PNEUMONIE?
Eine Pneumonie entsteht meistens, wenn Krankheitserreger in die Lunge gelangen und sich dort vermehren. Das können zum Beispiel Bakterien oder Viren sein.
Normalerweise schützt das Immunsystem die Lunge vor Krankheitserregern. Ist das Immunsystem geschwächt, können sich Erreger leichter ausbreiten.
Eine Lungenentzündung kann auch entstehen, wenn Speichel, Nahrung, Flüssigkeit oder Erbrochenes in die Atemwege gelangen. Das nennt man Aspirationspneumonie.
WELCHE RISIKOFAKTOREN GIBT ES?
Ein erhöhtes Risiko für eine Pneumonie haben zum Beispiel:
ältere Menschen
Menschen mit geschwächtem Immunsystem
Menschen mit chronischen Erkrankungen, zum Beispiel Diabetes, Herz- oder Lungenerkrankungen
Menschen mit Schluckstörungen
Menschen, die sich häufig verschlucken
Menschen mit Bettlägerigkeit oder wenig Bewegung
Menschen nach Operationen
Menschen mit künstlicher Beatmung
rauchende Menschen
WELCHE KRANKHEITSZEICHEN GIBT ES?
Mögliche Krankheitszeichen einer Pneumonie sind:
Husten, oft mit Auswurf
Fieber oder Schüttelfrost
schnelle oder erschwerte Atmung
Atemnot
Schmerzen in der Brust, besonders beim Atmen oder Husten
Müdigkeit und Schwäche
Appetitlosigkeit
bläuliche Lippen oder Fingernägel bei schwerer Erkrankung
Verwirrtheit, besonders bei älteren Menschen
Bei älteren oder geschwächten Menschen können die Krankheitszeichen weniger deutlich sein. Manchmal stehen dann Schwäche, Verwirrtheit, Appetitlosigkeit oder eine plötzliche Verschlechterung im Vordergrund.
PNEUMONIE ALS NOTFALL
Eine Pneumonie kann schwer verlaufen. Schnelle Hilfe ist nötig bei:
starker Atemnot
bläulichen Lippen oder Fingernägeln
Bewusstseinsstörungen oder starker Verwirrtheit
sehr hohem Fieber oder Untertemperatur
Kreislaufproblemen
starker Verschlechterung des Allgemeinzustands
Verdacht auf Sepsis
Bei akuter Gefahr wählen Sie den Notruf 112.
WELCHE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN GIBT ES?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, dem Schweregrad und dem Gesundheitszustand der betroffenen Person.
Bei einer bakteriellen Pneumonie können Antibiotika notwendig sein. Antibiotika wirken jedoch nicht gegen Viren. Deshalb entscheidet die Ärztin oder der Arzt, welche Behandlung passend ist.
Wichtig ist:
verordnete Medikamente wie besprochen einnehmen
ausreichend Ruhe
ausreichend trinken, wenn ärztlich nichts dagegenspricht
Fieber und Beschwerden beobachten
regelmäßiges Lüften
Schleimlösung unterstützen, zum Beispiel durch Inhalation, wenn empfohlen
Atemübungen oder Physiotherapie, wenn verordnet
Die Erholung nach einer Pneumonie kann mehrere Wochen dauern.
PFLEGERISCHES MOTTO UND HINWEISE ZUR PFLEGE
Ein hilfreicher Grundsatz ist: „Atmung erleichtern, Infektionen ernst nehmen und Veränderungen früh erkennen.“
Pflegende An- und Zugehörige können helfen, Beschwerden früh wahrzunehmen und die Genesung zu unterstützen.
Achten Sie besonders auf:
zunehmende Atemnot
schnellere Atmung
Fieber oder Untertemperatur
zunehmende Schwäche
Verwirrtheit
bläuliche Lippen oder Fingernägel
weniger Trinkmenge
Verschlechterung trotz Behandlung
Bei deutlicher Verschlechterung sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Ausreichendes Trinken kann helfen, Schleim zu lösen. Die Trinkmenge sollte aber zur persönlichen Situation passen, zum Beispiel bei Herz- oder Nierenerkrankungen.
Hilfreich sind:
Getränke regelmäßig anbieten
kleine Portionen anbieten
auf eine aufrechte Sitzposition achten
nach dem Essen noch eine Weile aufrecht sitzen bleiben
bei Schluckstörungen fachlichen Rat einholen
bei Bedarf angedickte Getränke oder angepasste Kost verwenden
Bewegung und Lagewechsel können helfen, die Lunge besser zu belüften.
Hilfreich sind:
regelmäßiges Aufsetzen, wenn möglich
kurze Bewegungsphasen im Rahmen der Belastbarkeit
Lagewechsel im Bett
tiefes Ein- und Ausatmen anleiten, wenn möglich
Atemübungen, wenn diese gezeigt wurden
Husten unterstützen, ohne zu überfordern
Lassen Sie sich geeignete Atemübungen oder Lagerungen von Fachpersonen zeigen.
Viele Menschen mit Pneumonie fühlen sich erschöpft und brauchen Ruhe.
Hilfreich können sein:
Oberkörper leicht erhöht lagern
bequeme Lagerung
regelmäßige Ruhephasen
angenehme Raumtemperatur
ausreichend frische Luft
ruhige Umgebung
Bei Atemnot kann eine aufrechte Sitzposition erleichternd wirken.
HINWEISE ZUR SELBSTPFLEGE
Eine Pneumonie kann für Betroffene und pflegende An- und Zugehörige belastend sein. Die Genesung braucht oft Zeit.
Achten Sie deshalb auch auf Ihre eigene Gesundheit. Hilfreich sind regelmäßige Pausen, Unterstützung durch Familie, Freunde oder Pflegedienste sowie Beratung durch Pflegestützpunkte.
Bei wiederkehrenden Atemwegsinfekten oder chronischen Lungenerkrankungen können Selbsthilfegruppen, Lungensportgruppen oder Beratungsangebote hilfreich sein.